Die Brücke über die Drina

Die Brücke über die Drina
"Die Brücke über die Drina" - Coverbild des gleichnamigen Romans von Ivo Andric

2 Historische Bedingungen

2.1 Bosnien unter ständiger Abhängigkeit

Bosnien zeichnet sich durch eine multiethnische und –konfessionelle Siedlungsstruktur aus, welche sich im Laufe von Jahrhunderten entwickelt hat und metaphorisch als Fleckenteppich bezeichnen lässt. In ihrer Geschichte wurde sie abwechselnd von fremden Herrschern belagert und regiert. Zuerst unter fränkischen, kroatischen, serbischen und byzantinischen Oberhoheiten unterlag es seit Beginn des zwölften Jahrhunderts mit kurzen Unterbrechungen der ungarischen Einflusssphäre bis sie schließlich in das Osmanische Reich integriert wurde. Ihre größte Unabhängigkeit erhielt Bosnien im 13. Jahrhundert mit dem Machtantritt des Großbanus Kulin (1180-1204) und im 14. Jahrhundert mit Stjepan Tvrtko I. Kotromanić (1353-1391), der sich im Jahr 1377 zum König von Bosnien, Serbien und Küstenland ausrufen ließ.(13) (Calić, 1995, S. 44f.)


Im Jahr 1463 galt Bosnien als vollständig von den Osmanen erobert und wurde als Verwaltungsbezirk sancak Bosna dem Osmanischen Reich hinzugefügt. Es kam zu einem Islamisierungsprozess breiter Bevölkerungsteile, so dass im 17. Jahrhundert die Muslime die Bevölkerungsmehrheit bildeten. Im 17. und 18. Jahrhundert herrschten aufgrund der wiederholt ausbrechenden Konflikte zwischen dem habsburgischen und dem Osmanischen Reich mal längere, mal kürzere kriegerische Phasen, welche mit diversen Friedensvereinbarungen(14) versucht wurden beizulegen (Koller/ Clewing, S. 16ff.). Geschwächt durch die Kriege gegen die k.u.k.-Monarchie(15) und Russland bemühte sich Sultan Mahmut II. (gest. 1. Juli 1839) durch Reformen das Reich wieder zu stärken. Erst mit dem Machtantritt seines Sohnes Abdülmecit I. (1839-1861)(16) konnten die Reformpläne, welche unter dem Titel Edikt von Gülhane bekannt wurden, mit mäßigem Erfolg in die Praxis umgesetzt werden (Koller, 2007, S. 22f.). 

Die Konflikte, die im 19. Jahrhundert ausbrachen waren primär sozial und ökonomisch begründet. Mit der Abschaffung des timar-Systems (1831) nahm die finanzielle Belastung der Bauern zu, was zu Aufständen innerhalb der Bevölkerung führte. Mit ihr ging auch die Verschlechterung der ökumenischen Beziehungen zwischen den Christen und Muslimen einher. Das Auftreten Russlands und Österreichs als Schutzherren der Christen des Balkans und das Erwachen der Nationalideologie in dieser Region(17), resultierte in der Erhebung der Balkanvölker gegen das Osmanische Reich (Calić, 1995, S. 46).


Im Jahr 1875 war die osmanische Oberhoheit über Bosnien faktisch zu Ende. Auf einem Kongress in Berlin (1878) wurde der Streit der europäischen Mächte um die balkanischen Territorien geklärt. Demnach erhielten einige Regionen, wie z.B. Serbien und Montenegro, die Unabhängigkeit zugesprochen und Bosnien wurde der Donaumonarchie unterstellt.(18) Am 24. Juli 1878 marschierten die habsburgischen Truppen in Bosnien ein und begannen mit ihrer Entosmanisierungs- und Verwestlichungspolitik die Gesellschaft zu verändern (Calić, 1995, S. 47/ Koller, 2007, S. 27).

Der österreichischen Herrschaft gelang es nicht die Balkanvölker an sich zu binden und den Widerstand gegen sich, welcher besonders von serbischen Nationalisten(19) getragen wurde, zu unterdrücken. Selbst mit einer Umverteilung der Ländereien zu Gunsten der Kleinbauern(20) konnte die Agrarfrage und die Armutsproblematik in der Region nicht gelöst werden (Jakir, 2007, S. 58). Eine gravierende Folge dieses Konfliktes war, dass am 28. Juli 1914 ein Mitglied der Schwarzen Hand, Gravilo Princip, den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie in Sarajevo erschoss, was in dem Ausbrechen des ersten Weltkrieges mündete. Mit französischer, englischer, russischer und italienischer Unterstützung gelang es den Widerständlern die österreichische Herrschaft (29. Oktober 1918) über Bosnien abzuwerfen (Keßelring, 2007, S. 39ff.).


Es folgte die Gründung der ersten jugoslawischen Regierung und die Ausrufung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen am 20. Dezember 1918, welches serbisch dominiert wurde. Wie man dem Namen bereits entnehmen kann, wurden die Muslime als eine eigene Nationalität nicht anerkannt. Man betrachtete sie als islamisierte Serben oder Kroaten und man erwartete von ihnen sich zu assimilieren. Am 6. Januar 1929 wurde die Königsdiktatur ausgerufen und das Reich in Königreich Jugoslawien umbenannt. Ziel war es über ethnische und konfessionelle Unterschiede hinweg einen einheitlichen Staat zu konstituieren. Die Verwaltungsbezirke wurden neu aufgeteilt und zwar so, dass überall die Muslime die Minderheit bildeten. Der Traum von Jugoslawien zerbrach an den Bestrebungen diverser nationalistischer Akteure (Jakir, 2007, S. 58-62).


Durch die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg verschlechterten sich die interethnischen Beziehungen auf dem Balkan enorm. Mit einem Blitzkrieg marschierten am 6. April 1941 die faschistisch regierten Achsenmächte, Deutschland und Italien, in Jugoslawien ein, dessen Armee bereits am 17. April kapitulierte. Jugoslawien wurde in zwei Besatzungszonen geteilt und zergliederte sich in zahlreiche Autonomiegebiete. Mehrere Parteien standen sich gegenüber. Die deutschen und italienischen Besatzer kooperierten und bekämpften einander gleichzeitig, indem sie sich lokale Verbündete suchten. Als Widerstandsbewegungen standen ihnen die serbisch-nationalistischen Četniks, die kroatisch-nationalistischen Ustaša und die jugoslawisch orientierten Partisanen gegenüber, die sich untereinander ebenfalls bekriegten. Im Laufe des Krieges verschoben sich die Fronten und in der Hoffnung sich gegen die einheimischen Gegner zu behaupten, gingen die Ustaša mit den Deutschen und die Četniks mit den Italienern Bündnisse ein. Innerhalb dieser Entwicklungen nehmen die Muslime eine etwas problematische Position ein(21) (Clewing, S. 43f./ Calić, 1995, S. 49). 

Die Besatzungsmächte errichteten einen kroatischen Satellitenstaat mit dem widersprüchlichen Namen Unabhängiger Staat Kroatien (USK), welcher von Ante Pavelić regiert wurde. In der radikalfaschistischen USK wurden vor allem serbische Bürger Opfer rassistischer Repressionen und Homogenisierungsbestrebungen.(22) Hiervon waren die Muslime vorerst nicht betroffen, da man an einer Zusammenarbeit mit ihnen interessiert war. Eine Mehrheit ging darauf ein, weil sie auf diese Weise die Souveränität für Bosnien zu erlangen hofften (Clewing, S. 46-49f./ Calić, 1995, S. 49f.). Für die Serben waren die Muslime nun Kollaborateure der faschistischen Ustaša und der deutschen Besatzer. Als sie schließlich vermehrt die Unabhängigkeit für Bosnien verlangten, wurden die Muslime sowohl Opfer serbischer Racheaktionen als auch kroatischer Repression. Die Partisanen, die von Josip Broz Tito geführt wurden und ihren Ursprung in der kommunistischen Partei hatten, konnten im Laufe des Kriegs einen regen Zulauf verzeichnen und sich gegen allen anderen durchsetzen. Mit ihrer multiethnischen Volksbefreiungsarmee traten sie für die Realisierung der jugoslawischen Idee ein. Sie kämpften nicht nur gegen die äußeren Feinde Deutschland und Italien, sondern auch gegen die Ustaša, die Četniks und die sonstigen Nationalisten in den eigenen Reihen (Calić, 1995, S. 49ff.). 



2.2 Das zweite Jugoslawien

2.2.1 Der Weg in den Krieg


Nachdem die nationalsozialistischen deutschen und italienischen Invasoren aus Osteuropa vertrieben und die inneren Nationalisten gewaltsam geschlagen worden waren, gründete Josip Broz Tito (1892-1980) Jugoslawien zum zweiten mal. Der einstige Partisanenführer versuchte eine jugoslawische Identität in der breiten Bevölkerung zu etablieren und die Erinnerung an den Rassenhass der vergangenen Jahrzehnte zu löschen. Jedoch blieb diese Bemühung erfolglos, da die traumatischen Ereignisse sich tief in das kollektive Gedächtnis der Menschen eingegraben hatten(23) (Calić, 1995, S. 51f.).


In diesem zweiten Jugoslawien wurde ein kommunistisch ausgerichtetes Staatskonzept verfolgt, welches verfassungsmäßig die Gleichberechtigung aller zugehörigen Nationen bzw. Nationalitäten garantiere.(24) Es umfasste die Republiken Slowenien, Kroatien, Bosnien-Hercegovina, Serbien, Montenegro und Mazedonien, die jedoch in Art. 3 der Verfassung des Jahres 1974 als Staaten definiert wurden. In diesem kommunistischen Vielvölkerstaat kam Bosnien-Hercegovina, als strategisches Zentrum eine hervorragende Rolle zu (Jakir, 2007, S. 65ff.).

Josip Broz Tito (vgl. Keßelring, 2007, S. 120)
Eine in den 1970er Jahren zunehmende Wirtschaftskrise führte zum Scheitern des zweiten sozialistischen Jugoslawien(25), welches letztendlich in seine Teilrepubliken zerfiel. Nach dem wirtschaftlichen Staatsbankrott und dem Tod Titos gelang es den nationalistischen Vertretern an gesellschaftlicher Popularität zu gewinnen und ursprünglich soziale Konflikte in ethnische Auseinandersetzungen zu transformieren. In Bosnien konnten sich daher bei den ersten freien Wahlen im Herbst 1990 nationalistische Parteien der drei Hauptgruppierungen(26) an die Spitze der Regierung setzen (Jakir, 2007, S. 68f./ Calić, 2007, S. 73f.).


An der Frage einer wohl möglichen Souveränität Bosnien-Hercegovinas zerbrach der Konsens der Regierungskoalition (14. Oktober 1991). Denn während die kroatischen und muslimischen bzw. bosniakischen Regierungsmitglieder für die Unabhängigkeit der Teilrepublik stimmten, wendeten sich die bosnisch-serbischen Nationalisten dagegen. Sie bevorzugten in Zusammenschluss mit Serbien und Montenegro weiterhin in einem jugoslawischen Staat zu leben. Eine serbische Dominanz sollte somit weiterhin bewahrt werden (Calić, 2007, S. 74). 

In Reaktion auf die kroatisch-muslimische Position gründeten die bosnischen Serben einen Gegenparlament und im Anschluss einen bosnisch-serbischen Staat. Am 9. Januar 1992 wurde die Serbische Republik Bosnien-Hercegovina, welche kurze Zeit später in die Serbische Republik (Republika Srpska) umbenannt wurde, ausgerufen und am 7. April 1992 ihre Unabhängigkeit verkündet. Diese Entwicklung wurde von Kampfhandlungen begleitet, die noch vor der offiziellen Anerkennung der bosnischen Souveränität seitens der Europäer, ausbrachen. Im Verlauf dieser Handlungen zerfiel Bosnien-Hercegovina in eine Vielzahl nach ethnischen Kategorien gebildeten Mosaik von Parteien, Institutionen und paramilitärischen Verbände. Aber auch die kroatisch-muslimische Allianz währte nicht durchgehend. Sowohl serbische, als auch kroatische Nationalisten waren bedacht Bosnien mit ihren jeweiligen Mutterländern zu vereinen (Calić, 2007, S. 74).

In den Monaten April bis Juli 1992 eroberten serbische bewaffnete Verbände Ostbosnien, den nördlichen Korridor zu den von ihnen beherrschten Gebieten im Westen Bosniens, die östliche Herzegovina und die serbische Krajina; sie kontrollierten bald rund 70 Prozent des bosnischen Territoriums (zit. n. Calić, 2007, S. 75).
 
Das vorerst serbische autonome Gebiet wurde somit territorial ausgeweitet und mit nebenstaatlichen Strukturen versehen. Da Serbien und Kroatien durch ihre politische, militärische und materielle Unterstützung für ihre jeweils bevorzugte Gruppe als aktive Kriegsteilnehmer gelten, stellt der Bosnienkrieg eine Mischform aus einem Bürger- und Staatenkrieg dar(27) (Calić, 2007, S. 75). 


2.2.2 Sozioökonomische Probleme
 


Bezüglich der BiH kann man sagen, dass die ökonomischen Probleme der Teilrepublik grundlegende Auswirkungen zur Entstehung sozialer Ängste innerhalb der Bevölkerung beigetragen haben. Die BiH war volkswirtschaftlich eng mit den Nachbarregionen verbunden, wodurch sie in einem sehr hohen Abhängigkeitsverhältnis zu ihnen stand. Denn als die am wenigste entwickelte Region Jugoslawiens(28) war es auf Subventionen durch Bundesmitteln angewiesen und konnte sich nur durch die sozialistische Entwicklungs- und Industrialisierungspolitik modernisieren (Calić, 1995, S. 58). 


Nach ihrem Bruch mit Moskau (1948)(29) stand Jugoslawien einer politischen und wirtschaftlichen Isolierung aus den Reihen der Ostblockstaaten gegenüber. Bereits laufende Handels- und Investitionsabkommen wurden gekündigt. Parallel hierzu bewirkte der stalinistische Moskau, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zu Jugoslawien schrittweise eingestellt und dieser aus dem Rat der Gegenseitigen Wirtschaftshilfe (RGW) (1949) ausgeschlossen wurden; mit der Konsequenz, dass Jugoslawien sich gezwungen sah, ihre einheimischen Ressourcen verstärkt zu nutzen und vor allem dem Rüstungs- und Schwerindustrie im eigenen Land weiter auszubauen. Mit der Umverteilung, in der die reichen die ärmeren Regionen finanzieren mussten, sollten die Entwicklungsungleichheiten zwischen den Regionen überwunden werden. Jedoch konnten die ärmeren Regionen nur bedingt hiervon profitieren. (Calić, 1995, S. 59) 

Ein erheblicher Teil der Finanzmittel in Bosnien-Herzegovina entstammte demnach dem Bundesetat. Zwischen 1966 und 1975 tätigte der jugoslawische Bundesentwicklungsfonds, der seit 1965 den interregionalen Lastenausgleich zwischen den Teilstaaten koordinierte, 22,7% aller Investitionen der Republik. Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt machten rund 9% der öffentlichen Einnahmen aus. Nach 1990 erhielt die Vielvölkerrepublik mit rund 1,3 Milliarden Dinar mehr als ein Fünftel der Gelder des Fonds. Die Blockade des jugoslawischen Umverteilungssystems durch Slowenien und Kroatien an der Jahrhundertwende 1989/90 hat der bosnisch-hercegovinischen Volkswirtschaft daher einen schweren Schlag versetzt (zit. n. Calić, 1995, S. 59).

Die einseitige Förderung nur bestimmter Wirtschaftszweige führte dazu, dass das Land auf einem niedrigen wirtschaftlichen Entwicklungsniveau verharren musste. Beispielsweise wurde in Bosnien vorwiegend in die Schwerindustrie, also in die Gewinnung und Produktion von Rohstoffen (Elektroenergie, Kohle & Koks, Erdöl, Schwarz- und Buntmetallurgie), investiert. Während dessen die Produktion von industriellen Fertigwaren auf einem nur sehr niedrigen Niveau betrieben worden ist, so dass dieser Bedarf überwiegend durch Auslandsimporte gedeckt werden musste. Die Föderalisierung des Bundesstaats führte dazu, dass die Entwicklungsunterschiede zwischen den Republiken weiterhin zunahmen (Calić, 1995, S. 59ff.).

Der gemeinsame Waren-, Kapital- und Devisenmarkt zerfiel in acht Wirtschaftseinheiten. Im Verlangen die Einkommensvorteile primär für die Belange der eigenen Republik zu sichern und das Unvermögen sich auf eine Wirtschaftsreform zu einigen, mündete die wirtschaftliche Konkurrenz zwischen den Regionen (vor allem zwischen Kroatien und Serbien) in einem interrepublikanischen Wirtschaftskrieg (1990). Hieraus folgte, dass der Umfang der Produktion, der Beschäftigung und des Exports stetig sank (Calić, 1995, S. 60ff.).

Bedingt durch ihre geographische Lage wurde Bosnien unweigerlich in den serbisch-kroatischen Wirtschaftskrieg hineingezogen. Die beiden konkurrierenden Regionen sprachen einen Wirtschafts- und Exportembargo für BiH aus, um den „Nahrungsmittelexport für den eigenen Markt zu sichern und die Reexport-Geschäfte über die BiH in die jeweils verfeindete Republik zu unterbinden“ (zit. n. Calić, 1995, S. 62).

Im Jahr 1992 war die Lage in BiH von Inflation, Arbeitslosigkeit und zunehmender Armut geprägt.(30) Binnen weniger Wochen(31) nahm die Inflationsrate (ca. 30,9%) und die Lebenserhaltungskosten (ca. 36%) drastisch zu. Die Lebensmittelversorgung der bosnischen Bevölkerung nahm kritische Ausmaße an. Ein Resultat, welches sich aus der bereits dargestellten jugoslawischen Wirtschaftsstrategie heraus ergab. Bosnien war in der Lage nur 15% des Eigenbedarfs zu produzieren, weshalb es auf Importe strengstens angewiesen war, jedoch durch das Wirtschafts- und Verkehrsembargo daran gehindert worden ist (Calić, 1995, S. 63).
 

 

2.2.3 Warum erstarkte der Nationalismus?

Es existieren diverse Gründe, die zum Aufleben des Nationalismus in Bosnien geführt haben. Zu aller erst jedoch darf man nicht aus den Augen verlieren, dass durch die Tabuisierung und der Nichtaufarbeitung der Kriegstraumata des Zweiten Weltkrieges den wesentlichen Nährboden bildete; gefolgt von der Wahrnehmung der eigenen Benachteiligung in der Nachkriegszeit. Entgegen dem staatlichen Ideal der politischen und sozialen Gleichberechtigung aller Nationen war die Realität von Ungleichheit geprägt. Denn der Zugang zu bestimmten gesellschaftlichen Positionen bzw. Berufsfelder verlief entlang ethnisch definierter Kriterien; so z.B. in Bosnien, wo überwiegend Serben die politischen Führungspositionen und Muslime generell in allen Bereichen nur eine geringe Präsenz besaßen (Calić, 1995, S. 74f.).

Laut der Balkanexpertin Marie-Janine Calić sei es auch als eine Reaktion auf den rapiden sozialistischen Modernisierungsbestreben zu verstehen, welches die traditionellen Werte und Verhaltensweisen als ein Teil der Rückständigkeit ansah und diese überwinden wollte. Desweiteren wurde mit der Föderalisierung der praxisrelevante Grundstein dafür gelegt, dass Repräsentanten der nationalistischen Idee ihre gesellschaftliche Stellung in den Republiken stärken, die Republikführung übernehmen und Kompetenzen ansammeln konnten. Eine positive Entwicklung war jedoch, dass Partizipationschancen für die nicht-serbische Bevölkerung auf der Bundes- und teilstaatlicher Ebene zunahm und sich in der Zusammensetzung der politischen Gremien widerspiegelte. Die serbische Präsenz auf der Ebene der politischen Führungselite nahm somit ab. Trotz dieser Entwicklung empfanden sich nicht nur die Serben in ihrem Status bedroht, sondern auch die beiden anderen Volksgruppen fühlten sich bzgl. ihrem Mitspracherecht weiterhin benachteiligt (Calić, 1995, S. 75ff.).

Nach dem Tod des Staatsführers Jozip Broz Tito erlebten die Nationalisten, getragen von der intellektuellen Schicht, einen enormen Aufschwung, weil sie auf eine breite Resonanz innerhalb der Bevölkerung stießen. Denn die sozialistische Modernisierungspolitik führte nicht nur zur Industrialisierung und Urbanisierung der bis dahin eher ländlich geprägten Region, sondern begründete durch den relativ schnellen Wandel eine breite sozial und psychologisch entwurzelte Bevölkerungsschicht. Obwohl mit der Bildungsrevolution auch die Analphabetenrate(32) deutlich sank, war das allgemeine Bildungsniveau als weiterhin niedrig einzustufen. Beim Zusammentreffen dieser Eigenschaften kann man also sagen, dass eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Personen existierte, die für die Aufnahme einfacher Erklärungen bzw. radikaler Vorstellungen anfälliger waren und sich leichter beeinflussen ließen (Calić, 1995, S. 78ff.). 



2.2.4 Zerfall staatlicher Strukturen

Bei den ersten freien Wahlen im Jahr 1990 konnten sich von insgesamt 40 drei nationalistisch geprägte Parteien, welche die dominierenden Ethnien repräsentierten, durchsetzen und erhielten 201 von insgesamt 240 Sitzen des Zwei-Kammern-Parlaments, was einem Anteil von 86% entsprach. Die muslimische Partei (SDA) konnte 86 Sitze gewinnen, während die serbische SDS 70 Sitze und die kroatische HDZ 45 Sitze besetzen konnte. Dies entsprach der Bevölkerungszusammensetzung der Republik. In der serbischen, muslimischen und kroatischen Regierungskoalition wurden die politischen Ämter entsprechend dem Proporzsystem(33) verteilt. Somit nahm Alija Izetbegović (muslimisch) das Amt des Präsidenten, Momćilo Krajišnik (serbisch) das des Parlamentspräsidenten und Jure Pelivan (kroatisch) das des Ministerpräsidenten ein. Die Zusammenarbeit zwischen diesen Parteien war schwierig. Der erste Streitpunkt betraf die Gestaltung der zukünftigen Verfassung. Während die Muslime die Idee eines Zentralstaats befürworteten, setzten sich die serbischen und kroatischen Regierungsteilnehmer für die Föderalisierung und der anschließenden Anbindung an die jeweiligen Mutterländer ein.(34) Da aufgrund des historischen Hintergrunds der BiH sich stark heterogene Siedlungsstrukturen etabliert hatten und darüber hinaus eine Vielzahl an Mischehen bzw. verwandtschaftlichen Beziehungen entstanden sind, hätte die Idee der ethnischen Föderalisierung nicht einfach umgesetzt werden können. Weshalb die serbische und die kroatische Seite vorerst hiervon Abstand nehmen mussten (Calić, 1995, S. 83ff.).
Quelle: Keßelring, 2007, S. 200


Danach stellte sich die Frage, ob Bosnien sich, wie Kroatien und Slowenien, zum unabhängigen Staat erklären oder weiterhin in der jugoslawischen Föderation verbleiben sollte. An dieser Frage brach endgültig der Konsens der Regierungsparteien. Während die muslimische und die kroatische Seite für die Souveränität Bosnien-Hercegovinas stimmten, weigerte sich die serbische Fraktion und reagierte mit der Gründung eines Gegenparlaments in Sarajevo. Nach der Regierung zerfiel auch das Mediensystem in ethnische Lager und fungierte nun in Sinne der jeweiligen nationalistischen Partei. Diese Entwicklung durchdrang sämtliche Bereiche der Gesellschaft, bis hin zur Auflösung der politischen, wirtschaftlichen sowie militärischen Strukturen, welche mit der Bewaffnung der Bevölkerung, der Entstehung neuer Streitkräfte (Paramilizen) und der Errichtung staatsähnlicher, autonomer politischer Gebiete einherging (Calić, 1995, S. 85f.).


2.2.5 Territorialisierung und Gewalteskalation


Im Jahr 1991 gelang es der SDS die bosnische Krajina, sowie Gebiete in der Romanija, in Nordbosnien und der Hercegovina unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie erstellte ihre eigene Polizei bzw. Militäreinheiten und kontrollierte binnen kürzester Zeit sämtliche Verkehrswege, indem sie sympathisierende Zivilisten bewaffnete, welche anschließend die relevanten Polizeistationen mit Gewalt einnahmen (Calić, 1995, S. 87ff.).

Als Bosnien-Hercegovina 1992 die Unabhängigkeit antrat, übte die Regierung in Sarajevo folglich ihre Souveränität nur noch in sehr begrenztem Maße aus. Bereits im August 1992 bestanden mindestens fünf >>Serbische Autonome Gebiete << (SAO) und zwei >>Kroatische Gemeinschaften<< (HZ) auf dem Territorium der Republik. Zusammen umfaßten sie fast 80% des Staatsgebiets (zit. n. Calić, 1995, S. 89; Hervorh. im Orig.).

Bosnien-Hercegovina 1995 (vgl. Wettach-Zeitz, 2008, S. 84)
 
Im November 1991 schlossen sich die serbischen Nationalisten zu einem Referendum zusammen. Im Folgemonat (21. Dezember 1991) tagten sie als die Versammlung des serbischen Volkes und fassten den Entschluss einen eigenen serbischen Staat innerhalb der bosnischen Republik zu gründen. Als die europäischen Außenminister die Unabhängigkeit Bosnien-Herzegovinas anerkannten riefen die serbischen Vertreter als Gegenreaktion darauf am 7. Januar 1992 die Serbische Republik Bosnien-Hercegovina aus. Mit einer eigenen Verfassung erklärte die neue Republik am 7. April ihre Unabhängigkeit. Die institutionellen Grundlagen wurden in Form eigener administrativer und exekutiver Behörden (Verwaltungen, Gerichte, etc.) verwirklicht, dem ebenso die Einführung eines eigenen Wirtschaftssystems angeschlossen wurde (Calić, 1995, S. 89f.). 


Die serbischen wie die kroatischen Autonomisten begannen die örtlichen Rechts-, Verwaltungs- und Wirtschaftssysteme an den Standard der Republiken Serbien bzw. Kroatien anzupassen. So haben die Serben in Kroatien und in Bosnien-Hercegovina ein gemeinsames Währungssystem eingeführt. Damit sollte ein geschlossener Wirtschaftsraum der serbischen Siedlungsgebiete in Kroatien, Bosnien-Hercegovina und Serbien hergestellt werden (zit. n. Calić, 1995, S. 93).




Die Verwandlung der besetzten Gebiete in autonome Regionen wurde begleitet von der gewaltsamen Homogenisierung der ansässigen Bevölkerung. Mittels gezielter Gewalttaten gegen bestimmte Nationalitäten, der Verbreitung von nationalistischer Propaganda, Falschaussagen und Gerüchten, welche zum Schüren von Angst und Hass innerhalb der Bevölkerung dienten, wurde darauf gezielt die multiethnische Basis der bosnischen Gesellschaft zu zerstören und die eigenen Kriegsziele sowie Handlungen zu legitimieren. Bei der Anwendung nationalistischer Symboliken ging man soweit, dass sogar Städte umbenannt und die verwendete Sprache im nationalistischen Sinne bereinigt wurden. Die Bevölkerungsgruppen, die einer anderen Nationalität angehörten waren unter Androhung und Anwendung repressiver Methoden einem hohen Assimilations- bzw. Auswanderungsdruck (z.B. Änderung des Familiennamens, Rassengesetze, Ausschluss aus öffentlichen Ämtern, Haft und Deportation) ausgesetzt (Calić, 1995, S. 90ff.). 



2.2.6 Kriegsparteien und ihre militärische Stärke


Im Kontext des Kalten Krieges und ihrem Standpunkt als blockfreier Staat(35) bediente sich Titos Jugoslawien, um auf eventuelle äußere Bedrohungen gewappnet zu sein, auf die Strategie einer allgemeinen Volksarmee. Diese Präventivmaßnahme beinhaltete, dass neben einer regulären Armee auch eine zivile Territorialverteidigung(36) unterhalten wurde. Zu diesem Zweck wurden im großem Umfang lokale Waffendepots eingerichtet und sogar in Privathäusern gelagert. Als Hauptziel galt es das Landesinnere zu verteidigen, weshalb gut die Hälfte der gesamten jugoslawischen Armee, der Rüstungsbetriebe und der Munitionsvorräte in Bosnien-Hercegovina stationiert waren (Calić, 1995, S. 96).

Allerdings richtete sich Titos Präventivstrategie gegen Jugoslawien selbst. Unter den drei einheimischen Kriegsparteien konnten am frühesten die serbischen Nationalisten eine am besten ausgerüstete Privatarmee vorweisen. Geführt von Slobodan Milošević(37), welcher Mitte der 1980er Jahre an die Spitze der serbisch-kommunistischen Partei aufsteigen und den serbischen Nationalismus einen erneuten Aufschwung geben konnte, umfassten ihre ideologischen und territorialen(38) Zielsetzungen folgende Punkte (Calić, 1995, S. 71f., 97): 

Beseitigung einer vermeintlich jahrhundertealten Benachteiligung und Bedrohung des serbischen Volkes; Wiederherstellung der vollen Staatssouveränität Serbiens über sein gesamtes Territorium, womit die Aufhebung der Autonomie Kosovos und der Vojvodina gemeint war; sowie die >>Herstellung der vollen nationalen und kulturellen Integrität des serbischen Volkes, unabhängig davon, in welcher Republik oder Provinz es sich befindet<< (zit. n. Calić, 1995, S. 71f.; Hervorh. im Orig.).

Die kroatisch-nationalistische Fraktion wurde von Franjo Tujman (HDZ, Hrvatska Demokratska Zajednica) geführt und ihre militärische Kraft bestand aus dem Zusammenschluss von Milizen, reguläre Armeeeinheiten, örtlichen kroatischen Polizeikräften und Freiwilligenverbänden. Im April 1992 umfasste ihre Armee eine Größe von ca. 35.000 Soldaten. Gegen Ende des Jahres war sie auf etwa 45.000 Soldaten angewachsen. Dem waren ca. 4.000-5.000 Freiwillige und zwischen etwa 15.000-20.000 Soldaten aus Kroatien zuzurechnen (Calić, 1995, S. 69f., 97f.). 

Sowohl die serbische als auch die kroatische Seite wurde, was die Bewaffnung, die Ausbildung und die Logistik anbelangte, intensiv von ihren jeweiligen Heimatländern Serbien und Kroatien unterstützt. Diese Rückendeckung besaßen die bosnischen Muslime nicht, warum sie nur schlecht vorbereitet waren. Mit ihrer Partei der Demokartischen Aktion (SDA, Stranka Demokratske Akcije), welches unter dem Vorsitz Alija Izetbegović(39) geleitet wurde, verfolgten sie als Ziel: (1) die vollständige Gleichberechtigung auf staatlicher und gesellschaftlicher Ebene, (2) die Anerkennung einer eigenen Schriftsprache und Literatur, (3) die Überwindung der sozioökonomischen Benachteiligung Bosnien-Hercegovinas Staatsverbund und (4) eine größere politische Partizipation innerhalb der Teilrepublik. Einige unter ihnen hätten sogar verlangt, dass die Muslime als einzige staatstragende Nation Bosniens anerkannt wird, da die serbische und kroatische Bevölkerung durch eigene Republiken bereits politisch repräsentiert werden würden (Calić, 1995, S. 73f.).

Die Armee der bosnischen Muslime lässt sich eher als eine ethnisch gemischte Territorialverteidigung beschreiben, die sich aus Heeresverbänden, Milizen und Freiwilligen aus islamischen Ländern zusammensetzt. Am 14. Mai 1992 war die Armee formal konstituiert. Es bestand aus ca. 50.000 Soldaten, zuzüglich 600-4.000 Freiwilligen aus islamischen Ländern.(40) Im Jahr 1993 war die Armee bereits auf ca. 85.000 Soldaten angestiegen, welche auf Grund ihrer schlechten Ausrüstung nur 20% der bosnischen Republik zu kontrollieren in der Lage war(41) (Calić, 1995, S. 98).

Trotz eines seitens der UNO erlassenen Waffenembargos (1991) setzten die Kriegsparteien den Import fort. Da durch Titos Präventivstrategie zahlreiche Rüstungsbetriebe in Bosnien angesiedelt wurden, war man teilweise in der Lage die nötigen Waffen selber zu produzieren. Daher begann ein Wettstreit der Kriegsparteien um die wichtigsten, strategischen Unternehmen bzw. Orte(42) (Calić, 1995, S. 99).

Die Zersplitterung der Staatsmacht in drei ethnische Unterarmeeeinheiten wurde auch mit der Entstehung zahlreicher unabhängig agierender Privatarmeen begleitet, welche eigene Befehls- und Organisationsstrukturen besaßen. Im Jahr 1991 begannen die politischen Parteien bereits ihre eigenen Kampftruppen zu erstellen, dessen Mitglieder überwiegend aus dem faschistischen bzw. rechtsradikalen Milieu rekrutiert wurden. Die Anzahl der paramilitärischen Einheiten, welche unter unabhängigen Führeridolen geleitet wurden, wird auf ca. 45 Einheiten geschätzt. Diese wurden aktiv von den Regierungen der jugoslawischen Nachfolgestaaten unterstützt. Die einzelnen Paramilitärs waren weder Mittels Uniform, Symbole oder Rangabzeichen voneinander zu unterscheiden. Als äußerst brutal und grausam geltende paramilitärische Kampftruppen sind auf serbischer Seite die Knindži unter Dragan Vasiljović, die Serbische Freiwilligengarde unter Arkan alias Željko Ražnjatović, die Serbische Erneuerungspartei, die Serbische Četnik-Bewegung und die Weißen Adler zu nennen. Als kroatisch-nationalistische Truppen mit deutlichen politischen Verbindungen traten die Wölfe von Vukovar(43) und die Kroatische Verteidigungsunion(44) auf (Calić, 1995, S. 100ff.)





(13) vgl. Hösch, 2008, S.75
(14) Friedensverträge: Frieden von Karlowitz (Sremski Karlovci) (1699); Frieden von Passarowitz (1718); nach österreichischen Niederlage bei Banja Luka (1737), Friedensschluss von Belgrad (1739), Frieden von Sistowa (1791)
(15) Gemeint ist Österreich-Ungarn; k.u.k. = kaiserlich und königlich
(16) Im Alter von 16 Jahren zum Sultan gekrönt
(17) Religion als Heimstätte für nationales Erwachen; vgl. Malcolm, 1996
(18) Bosnien nur nominell weiterhin Teil des Osmanischen Reiches
(19) Ab 1908 entstanden nationalistische Vereine, wie z.B. „Nationale Vereinigung“ (serb.: Narodna odbrana), die „Schwarze Hand“ (serb.: Crna ruka) und die „Vereinigung oder Tod“ (serb.: Ujedinjenje ili smrt).
(20) Muslimische Grundbesitzer mussten Teile ihrer Güter meist an serbische Bauern abtreten; vgl. Paul, 1998. 
(21) Muslime waren in allen drei Widerstandsbewegungen zu finden. Allerdings nicht gleich proportional.  
(22) Bsp.: Verbot der serbischen Schrift, Vertreibung und Massenexekutionen 
(23)  Stichwort: Vergangenheitsbewältigung
(24) Art. 1 d; Verfassung von 1974
(25) Stichwort: Agrokomerc-Affäre; Korruptionsskandale  
(26) (muslim.) Partei der Demokratischen Aktion, >>Stranka demokratske akcije – SDA<<;
Kroatische Demokratische Vereinigung, >>Hrvatska demokratska zajednica – HDZ-BiH<<;
Serbische Demokratische Partei, >>Srpska demokratska stranka - SDS<< 
(27) vgl. Ruloff, 2004
(28) Stand 1948: Analphabetenrate 45%; im Agrarsektor Beschäftigte: 72% der Bevölkerung 
(29) vgl. Ludat, 1963
(30) Stand Jan. 1992: Arbeitslose 325.000 (30% ↑); Mindestmonatslohn für ca. 240.000 Beschäftigte ≈ 50DM
(31) Dez. 1991 → Jan. 1992 
(32) Stand 1993: 10% der über Zehnjährigen waren Analphabeten
(33) vgl. Pernthaler, 1996, S. 176ff.
(34) Identität der Muslime als eigenständige Nation wird verleugnet; Muslime = islamisierte Serben oder Kroaten
(35) s. Ludat, 1963, S. 155ff.
(36) 10% der Bevölkerung sollte spontan als Soldaten abrufbereit sein
(37) Präsident Serbiens; Ableger der serb. Nationalisten in Bosnien: Srpska Demokratska Stranka (SDS) unter Radovan Karadžić

(38) Umfasst die kroat. Krajina, Slowenien, große Teile der BiH, Vojvodina und Kosovo; nicht überall bilden die Serben die Mehrheit
(39) Bei den ersten freien Wahlen 1990 zum Präsidenten BiH gewählt
(40) Hierbei handelt es sich um eine Schätzung, da unter den Experten kein genauer Konsens besteht
(41) Laut Experten besaßen sie eine Ausrüstung für 44.000 Soldaten. 
(42) Bsp.: militärindustrielle Komplex UNIS in Sarajevo, 60 Fabriken, teils unterirdisch in Goražde, Vitez, Konjić; weitere Betriebe in Zenica, Travnik, Tuzla, Banja Luka
(43) Rechter Flügel der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft (HDZ)
(44) Kroatische Rechtspartei